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Klassik Heute - Guido Kranwinel (19.07.2025)

Diese Einspielung ist wirklich ein ganz besonderes juwel. Sie bewegt sich auf den Spuren von Julius Kosleck. Wem dieser name nichts sagt, braucht sich nicht zu grämen, er dürfte allenfalls in Bläserkreisen ein Begriff sein, denn ebendorf hat der einstige “Königliche kammermusikus” und Professor für Trompete gewirkt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Kosleck eine echte Autorität in Bläserkreisen, denn er war nicht nur als Virtuose weithin bekannt, sondern betätigte sich auch als Musikhistoriker, Komponist, Dirigent und Pädagoge. Als solcher ist er mit der Geschichte der Blasmusik in seiner Zeit eng verworben. Im Detail wird dies im höchst informativen Booklet aufgeschlüsselt. Dort steht auch einiges über die Genese und die Hintergründe des Programms, denn das ist ebenfalls sehr durchdacht gestaltet. Man bewegt sich nicht nur mit Werken Koslecks auf dessen Spuren, sondern wirft auch einen Blick auf das Repertoire jener Zeit, insbesondere jenes, das Kosleck selbst als Mitglied der Königlichen Hofkapelle und Professor für Trompete gepflegt hat.

Historisch korrekt und höchst informativ

Man tut dies darüber hinaus mit einem adequaten Instrumentarium : historischen Kornetten und Fanfaren, einem Blüthner-Flügel und auch noch auf historisch korrekte 435Hz eingestimmt. Das Klangbild ist deshalb auch butterweich, deutlcih weniger auf Brillanz getrimmt, sehr mischfähig und sehr nobel. Präsentiert wird ein Querschnitt durch das seinerzeit gepflegte Repertoire: Ensemblestücke wie auch Solowerke für Klavier und Blasinstrument und dazwischen jede Menge herrlicher Volkslied-Sätze. Das aus Helen Barsby, Willi Budde, Rüdiger Meyer und Gabor Jakab bestehende Bläserquartett wird bei einigen Werken von der Piannistin Mira Lange begleitet, einige Stücke werden auch von einer Formation des Bläserbundes übernommen. Insgesamt ist das Ergebnis eine gelungene Angelegenheit: musikalisch tadelos, schlüssig und sehr informativ. So ist diese Einspielung nicht nur für Bläser-Nerds von Interesse, sondern für alle, die sich für Musik für Bläser in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts interessieren.

‘Mit klingendem Spiel’ Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Militärmusik e.V. (Nr. 3 / 4 2024)

“Welche Schönheit, welche Majestät…” Martin Steffen 

“Endlich!” möchte man ausrufen, wenn man mit dem Namen Julius Kosleck etwas anfangen kann, “… weshalb nicht eher?”, und in älteren Generationen hätten die damals noch nicht so bezeichneten Freaks vermutlich von einer “Kulturtat” gesprochen. Ein Lückenschluss und mehr als das ist Helen Barsbys CD Projekt “Auf den Spuren von Julius Kosleck” in jedem Fall…. Das hervorragend recherchierte CD-Projekt illustriert nun jedem Interessierten die Breite seiens Schaffens… dabei handelt sich um in besten Sinne historische Aufführungspraxis….Die Entwicklung von Blechbläsermusik zu Zeiten Julius Koslecks wird klanglich brillant nachvollziehbar…der “Alter Marsch genannt Der Zorndorfer” umwerfend eingespielt und mit Akzentuierungen, die keine der geläufigen Einspielungen bislang berücksichtigte. Allein dieses Detail rechtfertigt schon die Beschaffung der CD. Die weiteren Musikstücke lohnen das Hören nicht weniger. “Welche Schönheit, welche Majestät” - ursprunglich ein Opernchor aus “Iphigenie in Aulis” von Christoph Willibald Gluck - verfehlt seine Wirkung nicht und steht als Titel stellvertretend meindesten für diesen Teil der CD.

Alexander Fühling (Archivar Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Militärmusik e.V.) 14.01.2026

Ich möchte Ihnen gerne meinen Dank für Ihre wundervolle CD zu dem Werk von Julius Kosleck aussprechen. Insbesondere Ihre Interpretationsweise und der gelungene Versuch, das Klangbild zu erzeugen, das Kosleck und seinem Bläserbund vorgeschwebt haben muss, begeistert mich. Ich hätte gar nicht erwartet, dass das in Deutschland noch jemand macht. Vor Jahren hatte ich einmal Noten des Marsches „Friedrich der Große“ von Julius Kosleck an das Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg gegeben. Das Stück ist auch öffentlich in einem Konzert gespielt worden, nötigte den Trompetern jedoch alles Können ab. Es mussten mehrere Stellproben erfolgen, bis der Effekt des Stückes bestmöglich herausgearbeitet werden konnte.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie noch möglichst viele Kompositionen oder Bearbeitungen von Julius Kosleck und seinen Schülern zu Gehör bringen mögen!

 

International Trumpet Guild (ITG) Review January 2026 - Prof. John D. Perkins

Helen Barsby ‘Auf den Spuren von Julius Kosleck’

Barsby’s recordings pay tribute to the 200th anniversary of Julius Kosleck’s birth. The disc… contains a plethora of solo Cornet literature, brass chamber music, and large-scale pieces for military brass band, all of which are penned as original compositions and arrangements by Kosleck. Barsby’s solo playing is breathtaking, with lip trills on Auf der Alp, Des Sommers letzte Rose, and Romance; Arban-like angularism in Auf der Alp; tasteful ornamentation in Russisches Zigeunerlied; and attractive use of echo cornet and melismatic passages in Gruß an die Waldes Rose. Moderato aus der Zeit Friedrich der Großen and Kaiser Wilhelm Aufzug were written to honor Frederick the Great and Kaiser Wilhelm (II), respectively, and it seems fitting to preserve their conservative tastes by incorporating five natural trumpets and timpani on both works. Barsby’s and Budde’s tone compliment each other in the duet Wiederseh’n Marsch, and the placement of the selection is keenly inserted. A good portion of the disc contains quartet settings. Noteworthy is the incorporation of the busine trumpet on Quadricinium, the flashiness in Presto, and the precise intonation of unisons and octaves in Gute Nacht, Du mein herziges Kind. The disc concludes with several brass band selections borrowed from he operas of Gluck and Mehul, and the ensemble accuracy is spectacular. Barsby specializes in performing on period instruments, and her liner notes, also translated into English, provide an education on Kosleck, his music, and the instruments used during his time, which are played exclusively here. She co-created and maintains a website on the composer (www.brassunlimited.de) and many of her videos are available on YouTube. This album was an enormous project that should not be ignored.

(John D. Perkins, professor of music, Central Methodist University, Fayette, MO)